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Fotoworkshop an der VHS Berlin – Mein Erfahrungsbericht

Von meiner Arbeitskollegin habe ich erfahren, dass die Volkshochschule Berlin Fotoworkshops anbietet. Ich war über das große Angebot an diversen Fotokursen erstaunt. Es gibt Kurse zu fast jedem erdenklichen Thema. Entwicklung von analogen Filmen in der Dunkelkammer, RAW-Entwicklung mit Lightroom, Bildbearbeitung mit Photoshop, Studio-, Hochzeits- und Aktfotografie sowie fotografieren mit Blitz und vieles mehr …

Ich habe mich für den Kurs „Motive und Themen“ entschieden. Er dauerte nur drei Tage und setze sich aus einer Vorbesprechung, einem Fotoausflug und einer Nachbesprechung zusammen. Wir waren zu zehnt etwa sechs Stunden unterwegs. Der Schwerpunkt des Workshops war das Spiel mit der Unschärfe. Das haben wir in der Vorbesprechung erfahren. Zu jeder Location haben wir Vorort eine Aufgabe bekommen, welche wir kreativ umsetzen sollten. Mit genommen habe ich meine Sony A7 II und folgende Brennweiten: 28mm, 55mm und 135mm. Hinterher habe ich mich ein wenig geärgert, mein 20mm Weitwinkel zuhause gelassen zu haben.

Holocaust Mahnmal

Die erste Station war das Holocaust Mahnmal. Die Aufgabe war das Spiel mit der Tiefenschärfe, Perspektive und den Bildebenen. Wir sollten besonders auf den Vordergrund und Hintergrund achten. Was ist scharf? Was kann ich betonen? Das Spiel mit der Blende.

Mein Motiv war ein junger Mann, welcher in meine Richtung fotografiert hat. Ich habe die Blende komplett geöffnet und die Kamera fast auf den Boden gelegt. Dadurch wurde der Schärfeverlauf am Boden besser betont. (Objektiv Samyang 135 F2.0)

Brandenburger Tor

Weiter ging es zum Brandenburger Tor. Als Aufgabe sollte wir das Tor auf seine Konturen abstrahieren. Was passiert, wenn man einer Sehenswürdigkeit die Schärfe, Deutlichkeit und konkreten Anhaltspunkte nimmt. Zu Beginn habe ich es mir etwas schwer getan. Ich habe kein Motiv für den Vordergrund gefunden, welches den Betrachter bindet. Bis ich auf der gegenüber liegenden Straßenseite einen Mann entdeckte, welcher Seifenblasen kreierte. Ich drückte ihm zwei Euro in die Hand, stellte mich hinter ihm und mein Foto war im Kasten. (Objektiv Samyang 135 F2.0)

Tiergarten

Die nächste Station war ein Spaziergang durch den Tiergarten. Wir sollten die Natur dort möglichst karg und trostlos abbilden und dabei einen Unschärfeverlauf darstellen.

Auch hier habe ich zu Beginn kein Motiv gefunden. Ich wollte weg von dem klassischen Foto mit scharfen Vordergrund und unscharfen Hintergrund. Dieses Pulver habe ich bereits am Brandenburger Tor verschossen. Es muss auch anders gehen.

Am Vortag hat es geregnet und ich entdeckte eine kleine Pfütze. Sie war vielleicht 50cm breit. Im richtigen Winkel spiegelte sich darin ein Baum. Es war windstill, so dass die Spiegelung sehr scharf zu sehen war. Ich zuckte meine Kamera und hatte mein Bild. Die Unschärfe ist am Rand zu sehen. (Objektiv Zeiss 55mm F1.8)

Sony Center

Weiter ging es zum Sony Center. Wir sollten als Aufgaben die Reflektionen und Perspektiven nutzen, um den Ort in seiner „Essenz“ abzubilden. Was das auch immer heißen soll. Ich hatte mehrere Ansätze und entschied mich letztendlich für diesen hier. In den meisten Spiegelungen ist die Schrift Seitenverkehrt. In dieser hier nicht, da der Schriftzug bei genaueren betrachten von hinten zu sehen ist. (Objektiv Samyang 135 F2.0)

Sony Center II

Wir blieben am Sony Center und sollten eine unscharfe Aufnahme mit mindestens einer Sekunde Belichtungszeit oder länger machen. Im Endeffekt stellte sich nachhinein heraus, dass ich die Aufgabe falsch verstanden habe. Es sollte eine surreale Aufnahme entstehen. Ich bin davon ausgegangen, ich solle eine Aufnahme mit einem Unschärfeverlauf drin und einer langen Belichtungszeit machen. Ich habe mich gefragt, wie das ohne Stativ anstellen soll? Also bin ich zur Rolltreppe hingelaufen und habe die Kamera auf den Boden gelegt und ausgelöst. Die Unschärfe ist in den Treppen zu sehen. (Sony 28mm F2)

Potsdamer Platz

Die letzte Station war der Potsdamer Platz. Wir sollten lange Belichtungszeiten nutzen, um Menschen in ihrer Bewegung unscharf darzustellen. Ich habe meine Kamera auf einen kleinen Pfeiler abgestellt und diesen als Stativ benutzt. Ich habe die Kamera auf ISO 50 gestellt und die Blende auf F13 geschlossen um möglichst lange Belichtungszeiten zu ermöglichen.

Nachbesprechnung

In der Nachbesprechung ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich wir alle die gestellten Aufgaben gelöst haben und was für verschiedene Fotos entstanden sind. Auch der Austausch untereinander hat mir viel gebracht. Ich werde in Zukunft immer mal wieder Fotokurse an der Volkshochschule besuchen. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert und preislich liegt das Ganze im Rahmen. Nachfolgend sind weitere im Workshop entstanden Bilder zu sehen.

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